Pressemitteilung – Offener Brief an den Thüringer Landtag: Breites Bündnis fordert gesetzlichen Schutz des Thüringer Staatswaldes vor Windenergieanlagen

PDF-Version: Offener Brief an die Mitglieder des Thüringer Landtags-Keine WKA im Thüringer Staatsforst 01.07.26

PDF-Version: Pressemitteilung Offener Brief an den Thüringer Landtag zum gesetzlichen Schutz des Thüringer Staatswaldes 01.07.26

Pößneck, 1. Juli 2026

Ein breites Bündnis aus dem Landesverband Vernunftkraft Thüringen, zahlreichen Thüringer Bürgerinitiativen, kommunalen Mandatsträgern sowie vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern hat einen Offenen Brief an den Ministerpräsident des Freistaats Thüringen sowie den Thüringer Minister für Umwelt, Energie und Naturschutz, an die Fraktionen des Thüringer Landtags, den Vorstand und den Verwaltungsrat von ThüringenForst übersandt.

Anlass sind öffentliche Aussagen des Vorstandes von ThüringenForst, wonach Windenergieanlagen im Staatswald künftig zur Finanzierung des klimaangepassten Waldumbaus beitragen könnten.

Die Unterzeichner halten diesen Ansatz für grundlegend falsch.

„Der Thüringer Staatswald gehört allen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes. Sein Schutz darf nicht davon abhängig gemacht werden, ob künftig Windenergieanlagen im Staatswald errichtet werden. Der Wald ist öffentliches Eigentum und keine industrielle Energiefläche“, erklärt Wolfgang Kleindienst, Kreistagsmitglied der Unabhängigen Bürgervertretung (UBV) im Saale-Orla-Kreis und Initiator des Offenen Briefes.

Nach Auffassung der Unterzeichner erfüllt der Staatswald unverzichtbare Aufgaben für Natur- und Artenschutz, den Wasserhaushalt, den Klimaschutz, die nachhaltige Forstwirtschaft sowie als Erholungsraum für die Bevölkerung. Diese Funktionen müssten dauerhaft Vorrang vor einer wirtschaftlichen Nutzung zur Energieerzeugung haben.

Im Offenen Brief werden deshalb vier konkrete Forderungen an die Landespolitik erhoben:

• Aufnahme einer eindeutigen gesetzlichen Regelung in das ThüringenForst-Gesetz, wonach auf den von ThüringenForst verwalteten Staatswaldflächen keine Windenergieanlagen errichtet oder betrieben werden dürfen.

• Konzentration des gesetzlichen Auftrags von ThüringenForst auf Waldschutz, klimaangepassten Waldumbau, nachhaltige Waldbewirtschaftung sowie Natur- und Artenschutz.

• Dauerhafte Finanzierung des Waldumbaus aus dem Landeshaushalt und geeigneten Förderprogrammen anstelle einer Finanzierung über Einnahmen aus Windenergieanlagen.

• Wahrnehmung der politischen Verantwortung durch den Thüringer Landtag zur dauerhaften Sicherung des Staatswaldes als öffentliches Eigentum.

Die Initiatoren weisen darauf hin, dass die Möglichkeit zur Errichtung von Windenergieanlagen im Staatswald auf politischen Entscheidungen beruhe und deshalb auch politisch wieder geändert werden könne. Der Thüringer Landtag habe es in der Hand, den gesetzlichen Auftrag von ThüringenForst entsprechend anzupassen und den Staatswald dauerhaft vor einer weiteren

Industrialisierung zu schützen.Hinter dem Offenen Brief steht ein breites gesellschaftliches Bündnis. Unterstützt wird er vom Landesverband Vernunftkraft Thüringen, zahlreichen Thüringer Bürgerinitiativen, vielen kommunalen Mandatsträgern, darunter Gemeinderäte, Stadt- und Kreistagsmitglieder, Bürgermeister sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern aus dem gesamten Freistaat.

Wolfgang Kleindienst betont abschließend:

„Es geht ausdrücklich nicht darum, den dringend notwendigen Waldumbau infrage zu stellen. Im Gegenteil: Wir fordern, dass der Schutz und der Umbau unseres Staatswaldes als staatliche Kernaufgabe dauerhaft aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Der Erhalt unseres Waldes darf nicht von der Errichtung weiterer Windenergieanlagen abhängig gemacht werden.“

Der vollständige Offene Brief ist dieser Pressemitteilung als Anlage beigefügt.

Pressekontakt

Wolfgang Kleindienst

Kreistagsmitglied der Unabhängigen Bürgervertretung Saale-Orla-Kreis (UBV)