PDF-Version: Pressemitteilung_Aerztliche_Versorgung_in_Pößneck
Anschreiben: Sicherstellung_der_HNO-aerztlichen_Versorgung-Anschreiben-KAV
Mit großer Sorge betrachtet die UBV die weitere Entwicklung der medizinischen Versorgung in Pößneck und im Saale-Orla-Kreis.
Mit dem Tod des langjährig in Pößneck tätigen HNO-Arztes Dr. med. Ralph Callmeier verliert die Stadt einen weiteren wichtigen Bestandteil ihrer fachärztlichen Versorgung. Eine Nachbesetzung der Praxis ist nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht absehbar.
Für die UBV ist dies Anlass, sich unmittelbar an die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen zu wenden.
„Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie die medizinische Versorgung in Pößneck und im ländlichen Raum Schritt für Schritt weiter ausgedünnt wird. Die Menschen haben einen berechtigten Anspruch darauf zu erfahren, wie ihre ärztliche Versorgung künftig sichergestellt werden soll“, erklärt UBV-Kreistagsmitglied und Pößnecker Stadtrat Wolfgang Kleindienst. In einer schriftlichen Anfrage an die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen fordert Kleindienst deshalb unter anderem Auskunft darüber, ob und wie der HNO-Arztsitz in Pößneck nachbesetzt werden kann, welche konkreten Bemühungen zur Gewinnung eines Nachfolgers unternommen werden und wie sich der aktuelle Versorgungsgrad im Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde darstellt.
Ebenso soll beantwortet werden, welche Praxen die bisher in Pößneck behandelten Patientinnen und Patienten künftig aufnehmen können und ob dort überhaupt ausreichende Kapazitäten vorhanden sind.
„Es reicht nicht aus, den Menschen lediglich zu sagen, dass sie künftig weitere Wege in Kauf nehmen müssen. Gerade ältere Menschen, chronisch Erkrankte, Familien mit Kindern und Menschen ohne eigenes Fahrzeug sind auf eine erreichbare medizinische Versorgung angewiesen. Wir erwarten deshalb konkrete Lösungen und nicht nur statistische Hinweise auf rechnerische Versorgungsgrade“, so Kleindienst.
Die aktuelle Entwicklung reiht sich nach Auffassung der UBV in eine insgesamt zunehmend angespannte Situation der Gesundheitsversorgung in Pößneck und im Saale-Orla-Kreis ein.
Besonders kritisch sieht die UBV in diesem Zusammenhang auch die Situation am Krankenhaus Pößneck. Bereits Anfang Mai wurden gegenüber dem Landrat des Saale-Orla-Kreises konkrete Fragen zur weiteren medizinischen Versorgung am Standort Pößneck gestellt. Diese Fragen sind bis heute nicht beantwortet.
„Wenn es um die medizinische Versorgung der Menschen geht, sind monatelange Wartezeiten auf Antworten nicht akzeptabel. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wie es mit der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung in ihrer Region weitergeht“, erklärt Kleindienst.
Die UBV fordert deshalb sowohl von der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen als auch vom Saale-Orla-Kreis kurzfristig klare Aussagen.
Für die UBV steht fest: Ein weiterer schleichender Abbau der Gesundheitsversorgung in Pößneck und im Saale-Orla-Kreis darf nicht einfach hingenommen werden. Wir werden das Thema deshalb sowohl im Stadtrat als auch im Kreistag weiter auf die Tagesordnung setzen und gegenüber den zuständigen Stellen auf konkrete Lösungen drängen.
Dabei geht es nicht darum, Verantwortlichkeiten zwischen Kommunen, Landkreis, Kassenärztlicher Vereinigung und anderen Beteiligten hin- und herzuschieben. Entscheidend ist für uns, dass gemeinsam Lösungen gefunden werden, mit denen auch künftig eine verlässliche und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung der Menschen in unserer Region gewährleistet werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Kleindienst
Mitglied des Kreistages des Saale-Orla-Kreises
Mitglied des Stadtrates Pößneck
UBV



