Breite Mehrheit im Kreistag gegen Windkraft im Wald – klares Signal auch aus der CDU an die Landespolitik

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Grundsatzbeschluss des Saale-Orla-Kreises mit rund 75 Prozent Zustimmung – Landrat und große Teile der CDU tragen Entscheidung mit.

v.l.n.r: Toni Breternitz (UBV), Dr. Enrico Kleebusch (WerteUnion), Sandra Scherf-Michel (FDP), Christian Meyer (UBV), Wolfgang Kleindienst (UBV), Marco Seidel (parteilos)

Der Kreistag des Saale-Orla-Kreises hat in seiner Sitzung am 15. Dezember 2025 mit einer deutlichen und fraktionsübergreifenden Mehrheit eine politische Grundsatzentscheidung gegen die Errichtung von Windkraftanlagen in Waldgebieten getroffen. Der Antrag der Fraktion UBV/FDP/WU wurde von 26 der 36 stimmberechtigten Kreistagsmitglieder sowie vom CDU-Landrat Christian Herrgott unterstützt.

Damit positioniert sich der Kreistag klar gegen Bestrebungen, kommunale, private oder staatliche Waldflächen – einschließlich der Thüringer Staatsforsten – für den Ausbau der Windenergie zu öffnen. Rund 75 Prozent des Kreistages folgten dem Antrag und setzen ein starkes Signal für Wald-, Natur- und Umweltschutz.

Besonders hervorzuheben ist die geschlossene Unterstützung weiter Teile der CDU-Fraktion. Lediglich eine einzelne Gegenstimme aus den Reihen der CDU stand dem Beschluss entgegen. Dieses Abstimmungsergebnis ist zugleich als klarer politischer Auftrag der kommunalen CDU an die CDU-geführte Landesregierung im Thüringer Landtag zu verstehen, den eingeschlagenen Kurs kritisch zu überprüfen und den Schutz des Waldes ernst zu nehmen.

Der Beschluss verpflichtet den Landrat, die Position des Kreistages aktiv im Thüringer Landkreistag, gegenüber der Landesregierung sowie in weiteren politischen Gremien zu vertreten und sich gegen eine weitere Aufweichung des Thüringer Waldgesetzes einzusetzen.

Wolfgang Kleindienst, Fraktionsvorsitzender der UBV/FDP/WU, erklärt dazu:
„Es ist ein Teilerfolg für den Naturschutz, für den Umweltschutz und gegen steigende Strompreise. Wenn die verantwortliche Politik im Thüringer Landtag dieses klare Votum der kommunalen Ebene nicht ernst nimmt, werden die Thüringer Wählerinnen und Wähler das bei den nächsten Wahlen deutlich zum Ausdruck bringen.“

Hintergrund des Beschlusses ist der zunehmende politische Druck, Waldflächen zur Erfüllung bundesrechtlicher Flächenziele für Windenergie heranzuziehen. Der Kreistag des Saale-Orla-Kreises macht mit seiner Entscheidung unmissverständlich deutlich, dass der Wald kein Verhandlungsmasseobjekt für energiepolitische Zielvorgaben ist, sondern ein zu schützendes Gemeingut.

Der Kreistag fordert den Thüringer Landtag nun ausdrücklich auf, das klare und breit getragene Votum der Kommunalpolitik umzusetzen. Eine Befassung des Landtages mit der Thematik wird noch vor Weihnachten erwartet.

Wolfgang Kleindienst
Vorsitzender Fraktion UBV/FDP/WU