{"id":1527,"date":"2026-09-10T19:59:58","date_gmt":"2026-09-10T18:59:58","guid":{"rendered":"https:\/\/ubv-sok.de\/?p=1527"},"modified":"2026-09-10T19:59:58","modified_gmt":"2026-09-10T18:59:58","slug":"pressemitteilung-ubv-hoffnung-allein-sichert-keine-aerztliche-versorgung-in-poessneck-antwort-des-gesundheitsministeriums-enttaeuscht-hno-versorgungsgrad-koennte-auf-7561-prozent-sinken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubv-sok.de\/?p=1527","title":{"rendered":"Pressemitteilung &#8211; UBV: Hoffnung allein sichert keine \u00e4rztliche Versorgung in P\u00f6\u00dfneck Antwort des Gesundheitsministeriums entt\u00e4uscht \u2013 HNO-Versorgungsgrad k\u00f6nnte auf 75,61 Prozent sinken \u2013 UBV richtet neue konkrete Fragen an Ministerin Schenk"},"content":{"rendered":"<p>PDF-Version: <a href=\"https:\/\/ubv-sok.de\/wp-content\/uploads\/Pressemitteilung_HNO-Versorgung_in_Poessneck\u2013Antwort_des_Gesundheitsministeriums_enttaeuscht.pdf\">Pressemitteilung_HNO-Versorgung_in_Poessneck\u2013Antwort_des_Gesundheitsministeriums_enttaeuscht<\/a><\/p>\n<p>Die Antwort des Th\u00fcringer Gesundheitsministeriums auf die Anfrage von UBV-Kreistagsmitglied und P\u00f6\u00dfnecker Stadtrat Wolfgang Kleindienst zur zuk\u00fcnftigen \u00e4rztlichen Versorgung in P\u00f6\u00dfneck ist aus Sicht der Unabh\u00e4ngigen B\u00fcrgervertretung Saale-Orla entt\u00e4uschend.<br \/>\nNach dem Tod des P\u00f6\u00dfnecker HNO-Arztes Dr. med. Ralph Callmeier hatte sich Kleindienst zun\u00e4chst an die Kassen\u00e4rztliche Vereinigung Th\u00fcringen (KVT) und anschlie\u00dfend an Gesundheitsministerin Katharina Schenk gewandt.<br \/>\nDas Gesundheitsministerium erkl\u00e4rt nun, hinsichtlich der Nachfolge f\u00fcr die P\u00f6\u00dfnecker HNO-Praxis sei zun\u00e4chst das Nachbesetzungsverfahren abzuwarten. Bis zur Kl\u00e4rung bestehe die Hoffnung, dass die beiden anderen HNO-Praxen im Saale-Orla-Kreis oder Praxen in umliegenden Landkreisen die Patienten freiwillig \u00fcbernehmen. Das Ministerium r\u00e4umt dabei selbst ein, dass dies f\u00fcr die Patienten mit <strong>weiteren Anfahrtswegen und l\u00e4ngeren Wartezeiten<\/strong> verbunden sein kann.<br \/>\n<strong>\u201eHoffnung allein sichert keine \u00e4rztliche Versorgung\u201c<\/strong>, erkl\u00e4rt Wolfgang Kleindienst. \u201eWenn die Perspektive f\u00fcr die betroffenen Patienten darin besteht, l\u00e4ngere Wartezeiten und immer weitere Wege in Kauf nehmen zu m\u00fcssen, dann beschreibt das keine Sicherung der wohnortnahen Versorgung, sondern deren schleichenden Abbau.\u201c<\/p>\n<p>Versorgungsgrad k\u00f6nnte von 113,41 auf 75,61 Prozent fallen<br \/>\nBesonders kritisch bewertet die UBV die Diskrepanz zwischen der tats\u00e4chlichen Situation vor Ort und der rechnerischen Bedarfsplanung.<br \/>\nNach Angaben der KVT liegt der HNO-Versorgungsgrad im Saale-Orla-Kreis derzeit bei 113,41 Prozent, wobei die ehemalige Praxis von Dr. Callmeier noch ber\u00fccksichtigt wird. Sollte der P\u00f6\u00dfnecker Arztsitz nicht nachbesetzt werden, w\u00fcrde der Versorgungsgrad nach Berechnung der KVT auf lediglich 75,61 Prozent absinken.<br \/>\nHinzu kommt: Die KVT hat aufgrund der Altersstruktur darauf hingewiesen, dass in absehbarer Zeit ein weiterer HNO-Arzt im Saale-Orla-Kreis seine T\u00e4tigkeit beenden k\u00f6nnte.<br \/>\nDas Gesundheitsministerium verweist gleichzeitig darauf, dass die Niederlassungsf\u00f6rderung des Landes grunds\u00e4tzlich erst m\u00f6glich sei, wenn der Versorgungsgrad unter <strong>110 Prozent<\/strong> liegt. Solange \u00fcber das Nachbesetzungsverfahren f\u00fcr die P\u00f6\u00dfnecker Praxis noch nicht entschieden wurde, werde planungsrechtlich noch von einer Versorgung oberhalb dieser Grenze ausgegangen.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Hier passen Statistik und Lebenswirklichkeit nicht mehr zusammen. Ein verstorbener Arzt kann keine Patienten behandeln.<\/strong> Wenn aber bestimmte F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten erst greifen, nachdem sich die tats\u00e4chliche Versorgungsl\u00fccke auch rechnerisch niedergeschlagen hat, verlieren<br \/>\nwir wertvolle Zeit\u201c, kritisiert Kleindienst.<br \/>\nF\u00fcr die UBV muss deshalb gepr\u00fcft werden, welche M\u00f6glichkeiten bereits bei einer <strong>drohenden Unterversorgung oder einem lokalen Versorgungsbedarf<\/strong> bestehen. Entscheidend m\u00fcsse sein, eine Versorgungsl\u00fccke zu verhindern, statt erst auf sie zu reagieren.<\/p>\n<p>Die UBV will sich deshalb mit der Antwort des Ministeriums nicht zufriedengeben und hat Gesundheitsministerin Katharina Schenk erneut konkrete Fragen vorgelegt.<br \/>\nUnter anderem soll das Ministerium beantworten, ob es sachgerecht ist, dass der Sitz eines verstorbenen Arztes bei der Beurteilung der F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten zun\u00e4chst weiterhin zu einem Versorgungsgrad von mehr als 110 Prozent beitr\u00e4gt, obwohl tats\u00e4chlich keine Patienten mehr<br \/>\nbehandelt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nWeiterhin will die UBV wissen, <strong>welche konkreten Ma\u00dfnahmen das Land ergreifen oder unterst\u00fctzen wird, falls f\u00fcr den HNO-Sitz in P\u00f6\u00dfneck kein Nachfolger gefunden wird.<\/strong> Au\u00dferdem wird gefragt, ob angesichts eines m\u00f6glichen Absinkens des Versorgungsgrades auf 75,61 Prozent bereits jetzt gepr\u00fcft wird, ob eine drohende Unterversorgung oder ein lokaler Versorgungsbedarf vorliegt. Dabei soll auch ber\u00fccksichtigt werden, dass nach Einsch\u00e4tzung der KVT aufgrund der Altersstruktur ein weiterer HNO-Arzt im Landkreis seine T\u00e4tigkeit in absehbarer Zeit beenden k\u00f6nnte.<br \/>\n\u201eWir wollen eine klare Antwort auf die entscheidende Frage: <strong>Was kann heute getan werden, damit wir morgen nicht vor einer tats\u00e4chlichen Unterversorgung stehen?<\/strong> Es reicht nicht, erst dann F\u00f6rderinstrumente einzusetzen, wenn die Versorgung bereits weggebrochen ist\u201c, erkl\u00e4rt Kleindienst.<\/p>\n<p><strong>Krankenhaus P\u00f6\u00dfneck soll erhalten bleiben \u2013 aber mit welchen Leistungen?<\/strong><br \/>\nZur Zukunft des Krankenhauses P\u00f6\u00dfneck enth\u00e4lt die Antwort des Ministeriums zumindest eine wichtige Aussage. Der Krankenhausstandort soll im Rahmen der Krankenhausplanung <strong>erhalten bleiben.<\/strong> Allerdings sei der Planungsprozess noch nicht abgeschlossen. Der Schwerpunkt werde voraussichtlich auf der Allgemeinen Inneren Medizin liegen.<br \/>\nF\u00fcr die UBV stellt sich deshalb die entscheidende Frage, <strong>welche medizinischen Leistungen am Krankenhaus P\u00f6\u00dfneck k\u00fcnftig <span style=\"text-decoration: underline;\">tats\u00e4chlich noch dauerhaft<\/span> angeboten werden sollen.<\/strong> Auch hierzu richtet Kleindienst eine weitere Frage an das Gesundheitsministerium: Welche medizinischen Leistungsbereiche sollen nach dem gegenw\u00e4rtigen Planungsstand neben der Allgemeinen Inneren Medizin erhalten bleiben und wann ist mit verbindlichen Entscheidungen zu rechnen?<br \/>\n\u201eDie Aussage, dass der Krankenhausstandort erhalten bleiben soll, begr\u00fc\u00dfen wir ausdr\u00fccklich. Aber f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ist entscheidend, <strong>was dieser Standort zuk\u00fcnftig tats\u00e4chlich medizinisch leisten wird.<\/strong> Der Begriff \u201aErhalt des Standortes\u2018 allein beantwortet diese Frage noch nicht.\u201c<\/p>\n<p><strong>Fragen an den Landrat seit Anfang Mai unbeantwortet<\/strong><br \/>\nAuch gegen\u00fcber dem Saale-Orla-Kreis besteht weiterhin Kl\u00e4rungsbedarf. Bereits seit Anfang Mai warten entsprechende Fragen Kleindiensts zur Situation und Zukunft des Krankenhauses P\u00f6\u00dfneck auf eine Beantwortung.<br \/>\nIn der Sitzung des Kreisausschusses am <strong>2. September 2026<\/strong> fragte Kleindienst deshalb erneut beim Landrat nach. Dieser sagte zu, dass die Fragen innerhalb von 14 Tagen beantwortet werden sollen. Diese Frist l\u00e4uft derzeit noch.<br \/>\n\u201eDiese zugesagte Antwort warten wir selbstverst\u00e4ndlich ab. Anschlie\u00dfend werden wir auch pr\u00fcfen, wie die Aussagen des Landkreises zu den Aussagen des Gesundheitsministeriums passen. Am Ende brauchen wir eine klare und verl\u00e4ssliche Perspektive f\u00fcr das Krankenhaus P\u00f6\u00dfneck.&#8220;<\/p>\n<p><strong>UBV fordert Handeln, bevor die Versorgungsl\u00fccke entsteht<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die UBV geht es nicht darum, Zust\u00e4ndigkeiten zwischen Kassen\u00e4rztlicher Vereinigung, Freistaat und Landkreis hin und her zu schieben.<br \/>\n<strong>\u201eF\u00fcr die B\u00fcrger ist nicht entscheidend, wer auf dem Papier zust\u00e4ndig ist. Entscheidend ist, ob sie einen Arzt finden, einen Termin bekommen und medizinische Versorgung in zumutbarer Entfernung erhalten.\u201c<\/strong><br \/>\nDie UBV erwartet deshalb konkrete Anstrengungen aller Beteiligten zur Sicherung der medizinischen Versorgung in P\u00f6\u00dfneck und im gesamten Saale-Orla-Kreis.<br \/>\n\u201eWir d\u00fcrfen nicht warten, bis aus einer drohenden Versorgungsl\u00fccke eine tats\u00e4chliche Unterversorgung geworden ist. <strong>Es muss gehandelt werden, solange noch Handlungsm\u00f6glichkeiten bestehen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p><strong>Wolfgang Kleindienst<\/strong><br \/>\nMitglied des Kreistages des Saale-Orla-Kreises<br \/>\nMitglied des Stadtrates P\u00f6\u00dfneck<br \/>\nUnabh\u00e4ngige B\u00fcrgervertretung Saale-Orla \u2013 UBV<\/p>\n<p><strong>Anlagen:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"https:\/\/ubv-sok.de\/wp-content\/uploads\/Antwort_Aerztliche_Versorgung%E2%80%93HNO-Nachfolge-Gesundheitsministerin.pdf\">\u00a0Antwort des Th\u00fcringer Ministeriums f\u00fcr Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie vom 4. September 2026<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/ubv-sok.de\/wp-content\/uploads\/Nachfragen_Aerztliche_Versorgung_auf_Antwort_vom_Anschreiben_Gesundheitsministerin.pdf\">Erneutes Schreiben an Gesundheitsministerin Katharina Schenk mit konkreten Nachfragen zur HNO-Versorgung und zum Krankenhaus P\u00f6\u00dfneck<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PDF-Version: Pressemitteilung_HNO-Versorgung_in_Poessneck\u2013Antwort_des_Gesundheitsministeriums_enttaeuscht Die Antwort des Th\u00fcringer Gesundheitsministeriums auf die Anfrage von UBV-Kreistagsmitglied und P\u00f6\u00dfnecker Stadtrat Wolfgang Kleindienst zur zuk\u00fcnftigen \u00e4rztlichen Versorgung in P\u00f6\u00dfneck ist aus Sicht der Unabh\u00e4ngigen B\u00fcrgervertretung Saale-Orla entt\u00e4uschend. Nach dem Tod des P\u00f6\u00dfnecker HNO-Arztes Dr. med. Ralph Callmeier hatte sich Kleindienst zun\u00e4chst an die Kassen\u00e4rztliche Vereinigung Th\u00fcringen (KVT) und anschlie\u00dfend an Gesundheitsministerin [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1527","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubv-sok.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubv-sok.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubv-sok.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubv-sok.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubv-sok.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1527"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubv-sok.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1527\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1531,"href":"https:\/\/ubv-sok.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1527\/revisions\/1531"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubv-sok.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubv-sok.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubv-sok.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}